Hallo zusammen,
ich leide seit 1994 an Paranoider Schizophrenie. Diese ist aber nie diagnostiziert worden. Stattdessen habe ich mein Leben ohne Behandlung ziemlich vogelfrei gelebt, bis dann 2014 Feierabend war und ich meine einzige Psychose im Leben bekommen habe. Ich wurde in die Klapse eingewiesen. Dort haben die mich so mit Medikamenten zugedröhnt, daß ich kaum noch sprechen konnte, aber mit Erfolg, denn ca. 9 Tage später war ich schon auf der offenen Station.
Die eigentliche Quälerei fing erst zu Hause im Alltag an. Dort entwickelte ich in Windeseile eine sogenannte Negativsymptomatik (Antriebslosigkeit und Gefühlsverflachung). Ich war durch die Erkrankung komplett isoliert und in mein Luftschloß konnte ich auch nicht zurück. Musik hören und damit abgehen war für mich unmöglich. Und hier kommt jetzt Frei.Wild ins Spiel.
2019 fing ich vor lauter Not an, mir täglich 2 Flaschen Bier kalt zu stellen und mich zum Musikhören zu zwingen. Komischerweise bin ich durch Swiss und die Andern auf Frei.Wild aufmerksam geworden. Ich weiß heute nicht mehr welches Lied es war, aber im Text behaupteten die, dass das neue Album von Frei.Wild Adolf Hitler heißt. Das galt es natürlich für mich zu überprüfen.
So fing ich an, mich mit Frei.Wild zu beschäftigen. Der erste Song war wohl zwischen allen Fronten. So wurde Frei.Wild zum täglichen Begleiter während Negativsymptomatik.
Es ging so im Schneckentempo aufwärts. So ging es weiter, bis sich mein Beagle Kaspar am 1. Weihnachtstag 2023 das Kreuzband gerissen hat und operiert werden mußte. Anfangs dachte ich, das schaffst du nie alleine. Zusätzlich saß mir mein Vermieter im Nacken und drohte mit Kündigung, ich sollte die Wohnung komplett streichen. Zum Schluß war es dann sowas wie Glück im Unglück. Mein Hund wurde operiert und ich hab den 9 Wochen Trepp auf, Trepp ab geschleppt und ruhig gestellt. Danach hab ich die Wohnung gestrichen und die Negativsymptomatik hat sich plötzlich ganz schnell aufgelöst.
Was ich damit sagen will ist, dass mich Frei.Wild durch die schwerste Zeit meines Lebens begleitet hat und das werde ich nie vergessen.
Also vielen Dank an dieser Stelle und es muß trotzdem weitergehen....
Viele Grüße, Dietmar