10. September: Welttag der Suizidprävention - „Du hast uns dein Herz geschenkt“. Das Video !


  • Auch wir fühlten uns von Gespenstern umgeben. Von Gespenstern, die in die schmale Enge des Lebens zeigten und arktische Kälte mit sich brachten. Leere, einfach nur Leere.


    Zwischen Fassungslosigkeit und Tragödie, zwischen Fragen dessen Antworten unauffindbar schienen, erlebten wir am besagten Tag einen der schlimmsten Schiffbrüche, die das Leben bereit halten kann. Den Suizid von Pepi, genau dem Pepi der mehr als nur Alpen Flair Partner war. Er war liebevoller Vater, Bruder, Kumpel, Freund; Vereinsmensch und immer „Gute Laune Spender“. Dieser harte Schlag mitten ins Herz kam gänzlich ohne Vorwarnung, ohne Andeutung, ohne Spur dahin. Er kam… wie aus dem Nichts.

    „Du hast uns dein Herz geschenkt“. Das Lied, das Video.

    Selbstmord, Freitod, Suizid, über 100.000 Menschen weltweit entscheiden sich für diesen allerletzten Schritt. Die Motivation dahin kann nur von den betroffenen Menschen selbst erklärt werden. Heute, am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, möchten wir unseren kleinen Beitrag leisten, diesem verdammt schwierigen, schrecklichen, und leider immer häufiger vorkommenden Thema zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Wir urteilen nicht, wir werden auch nicht mit psychologischen Weisheiten um uns werfen. „Du hast uns dein Herz geschenkt“ hat uns aber einen stabilen Weg geebnet um zu einem besseren Umgang damit zu finden. Es hat uns geholfen diese schier nie verheilenden Wunden zu weniger erträglicheren Narben werden zu lassen. Insbesondere Philipp, der bereits wenige Jahre zuvor seinen Onkel auf die identische Weise verloren hatte, verspürte das Bedürfnis sich dieser enorm nach unten ziehenden Schwerkraft entgegen zu stellen. Und er fand darin einen Weg des Akzeptierens, aber auch des Verdrängens.

    Leute, wir haben unzählige Lieder geschrieben die dem moralisch-persönlichen Aufbau dienten. Dies taten wir auch unseretwegen. Wir wissen, dass Lieder genau wie Gedichte und Geschichten Kraft schenken können. Mancher von euch erzählte uns, gewisse Songs hätten Aussichtslosigkeit in Aufbruchstimmung verwandelt, oder ein „Ich will nicht mehr“ in ein „Jetzt erst recht und das mit Freude“. Auch das ist wichtiger Inhalt unserer Lieder, wenn man so will der mit Abstand wichtigste Spirit dieser Band überhaupt. Und ja, wenn unsere Lieder beim Brücken- und Säulen-Bauen helfen können, ist das eine verdammt wertvolle Sache für uns. Und dennoch: Wir alle können nicht hinter die Fassaden von einzelnen blicken. Auch nicht all diejenigen erreichen, die ihren Entschluss schon lange gefasst haben und ihr Leben auf die selbe Art und Weise beenden möchten. Deshalb tut uns einen Gefallen, brecht aus euch aus, redet, sprecht, werft Scham und Angst über Bord, geht auf andere zu, keiner ist hier alleine. Depression ist heilbar, Seelenschatten mit Licht flutbar. Es gibt professionelle Hilfe, es gibt Menschen die für euch da sind - lasst es also zu und verschließt euch nicht.

    Vielleicht helft ihr uns dieses Lied mit seinem Video zu verbreiten. Wir möchten damit zudem dankbar auf die Menschen zurückblicken und uns an sie erinnern. Möchten aufzeigen wie wertvoll jedes Leben ist. Wir wissen, dass auch viele von euch Teil solcher Schicksalsschläge und viel schlimmer noch, Teil solcher Gedanken waren und sind. Vielleicht können diese Worte hier und auch die Worte im Video irgendwie dazu beitragen, zu besseren Ufern zu schwimmen.

    Zum Video: KLICK

  • Ein wunderbarer Song. Und euch glaubt man diese Worte. Aber grundsätzlich ist da viel geheuchelt. Für viele ist der Freitod der einzige Ausweg. Hilfe bekommt man nicht. Und oft wäre es so einfach. Wenn die Verzweiflung zu groß wird und es dann passiert sagen alle "wenn wir das gewusst hätten", "wir waren doch da"... Alles nur geheucheltes Gerede um das eigene Gewissen zu beruhigen.

    LG Torsten

  • Ich schließe mich - mit meinen Zeilen - an und ich danke der Band, die mir unendlich guttut.


    Es eine Bereicherung, bis zum Abgrund zu gehen.

    Aber gehe niemals den letzten Schritt.

    Du wirst dort vorn alleine stehen,

    denn niemand geht hier mit Dir mit.

    Habe Mut, verharre und nimm den Weg zurück,

    denn wenn du vorwärts gehst, kommst du niemals mehr zurück.

    Ertrage deine Qualen, wenn du in die schwarze Tiefe seh’n mußt.

    Du kannst es. Mit deinem Leben ist noch nicht Schluß.

    Auch wenn hier keine Träne mehr fließt

    und du kein Gefühl mehr genießt,

    dann ist es trotzdem nicht zu spät.

    Dein Kopf ist es, der dir etwas Anderes rät.

    Er weiß, daß dein Wille gebrochen ist,

    doch an diesen Teilen halte dich fest.

    Hör‘ in dich rein, das Unterbewußtsein ist leise.

    Verlasse die Welt nicht, sei weise.

    Geh`zurück, du mußt den Schritt geh`n!

    Das ist der Beginn, die Welt anders zu seh‘`n.

    Bist du alleine? Das ist nicht so.

    Irgendwer steht dir zur Seite, du weißt nur nicht wo.

    Die, die so fühlten wie du,

    keinen Tag, keine Nacht, nicht ein Moment gab es Ruh‘.

    Sie haben es geschafft und einen ebenso Leidenden gesehen.

    Sie leben wieder, weil sie sich mit Blicken verstehen.

    Anfangs ist es nur ein Bild, keine Wirklichkeit,

    stehst du am Abgrund der Tiefe, höre, daß jemand nach dir schreit!

    Es ist ein Hilferuf. Du wirst wirklich gebraucht.

    Du bist wie das Feuer, das nur noch raucht.

    So wertvoll du bist, hat niemand geseh’n.

    Ins Feuer muß nur noch ein Wind hineinweh‘n.

    Dreh‘ dich um, fange – wie ein Segel – den Wind.

    Du schaffst es und dein Feuer wieder zu brennen beginnt.

    Oberhain, 21.04.20113, Britta Abicht

  • Danke. Nochmals 1000 mal Dank für Euch und Eure Musik. Und an Torsten68, grundsätzlich gebe ich Dir recht, von offizieller Seite (Kasse, Firma etc.) bekommt man wenig oder keine Hilfe. Ich spreche da leider aus eigener Erfahrung... Aber zum Glück habe ich eine tolle Frau, einen super Sohn und die Musik, vor allem FreiWild, die mir oft Halt im letztem Moment gaben. Und geben, denn es bleibt täglicher Kampf gegen die Dunkelheit, denn man wird diese Krankheit nie wirklich los.